Dienstag, 22. Juni 2010

Erste(r) Wa(h)l

oder "ich bin jetzt auch Bushwalking". Nachdem Grit schon mit zwei 'Walks' vorgelegt hat, bin ich nun auch mal mitgelaufen. [Und nachdem sie nun auch schon mehrfach (und mit Recht) nachgefragt hat, wann ich den Blog Eintrag endlich fertig mache, bitte schön, ist nicht fertig, aber sollte der Menschheit nicht vorenthalten werden. Mein Witz mit dem Führer wäre sicher eh nicht gut geworden]

Eigentlich ist es gar nicht so schwer einen Bushwalk zu machen, denn hier in Australien ist alles 'Bush', was nicht Stadtgebiet ist. Also eigentlich wenn man sich an einer Autobahnraststätte (zum Beispiel auf dem Weg zum eigentlichen Bushwalk) ein Bisschen die Beine vertritt ist man schon im Bush gewesen.
Aber wir haben es natürlich richtig gemacht. So mit einem Guide, der uns geführt hat und allem drum herum. Wir waren in Jervis Bay. Somit war es auch wirklich meine erste Wahl. Und eine gute, denn die Alternative wäre gewesen in der Botschaft oder noch schlimmer im Trinkhallen ähnlichen Club Harmonie (German Club) das Spiel Australien - Deutschland zu verfolgen. Das soziale Experiment mit dem Australien Pulli gefällt mir sehr gut, wenn ich gegangen wäre, wäre ich auch mit Australien Hut und T-Shirt gekommen, aber das ist hier sicher viel leichter als bei euch.
Da wir schon so manchen Blog Titel hatten, der eigentlich nichts mit dem Eintrag zu tun hatte, will ich diesen zumindest erklären. Der eine teil ist ja schon oben erwähnt, der zweite, nämlich mein 'erster Wal' kam dann auf dem Walk. Nach einigen Stunden (vielleicht auch nur Minuten) durch den Bush (in diesem Fall naturbelassener Wald) kamen wir an so mancher Bucht vorbei mit sehr schönen Stränden. An einer haben wir dann auch Mittag gemacht und da war er:

Ich dachte auch, ich hätte ihn gar nicht gesehen. Aber einer der erfahrenen 'Walker' hatte ihn sofort ausgemacht und uns gezeigt, wo er ist. Und das noch bevor der, der uns geführt hat, ein TimTam als Preis ankündigen konnte, für denjenigen, der als erster einen Wal sieht. Man hat eigentlich auch nur die Fontänen sehen können, die er so in die Höhe geblasen hat. Und wenn man lange genug hinschaut, das ist wie mit diesen 3D Bilder, wo man eine Stunde drauf starrt und wenn die Augen langsam müde werden und sich anfangen zu kreuzen, erkennt man plötzlich was, dann findet man ihn auch. Oder wie ich einfach das Bild groß genug aufzieht.
Dann kann man tatsächlich unter der Fontäne einen schwarzen Flecken erkennen.

Leider nicht scharf, da ich ja im Augenblick des Fotografierens gar nicht wusste, wohin ich scharfstellen muss. Das war also eher ein Glückstreffer.

Sonntag, 20. Juni 2010

Life is crap - out of petrol

Heute mal ein Beitrag für 2 meiner Kollegen, die sich vermutlich darüber totlachen werden.
Mir ist am Freitag das Benzin ausgegangen. Ich meine, so richtig-das Auto hat noch 3x geruckelt, blieb dann stehen, wir haben einen Ersatzkanister gekauft, 10 Liter Benzin dazu und dann ging die Fahrt weiter.
Das passiert mir, mit meiner Tankpsychose, wo ich dem Nervenzusammenbruch nahe bin, wenn sich die Tanknadel in Richtung "halb voll" bewegt.
Danke, liebe Ingenieure von VW !!! Gut zu wissen, das man nach Aufleuchten der Tankanzeige nur 25km hat, was habt ihr euch denn dabei gedacht ? Das wirft mich in meiner Therapie um Lichtjahre zurück.

Montag, 14. Juni 2010

2 Wecker...

...habe ich heute Morgen gebraucht, um gegen 3 Uhr (das sind so Uhrzeiten, da weiß man -plötzlich aus dem Schlaf gerissen-normalerweise gar nicht wo man sich gerade befindet) aus dem Bett zu kommen. 3.30 Uhr war ich auf der Straße, sonst niemand außer mir, nur 3 Kangaroos auf dem Mittelstreifen, die zu diesem Zeitpunkt noch am Leben waren. Gegen 4 Uhr war ich allerdings nicht die Einzigste die sich bis zur Botschaft durchgekämpft hatte. Für 4.30 Uhr hatte der Botschafter zum gemeinsamen Fussball - Guck - Event eingeladen. Insgesamt waren ca. 120 Leute anwesend, mehr oder weniger verschlafen. Wir konnten das Spiel in unterschiedlichen Räumen sehen, das Radio (666ABC) war ebenfalls da, zu einer Live-Übertragung mit anschließenden Interviews.
Da ich mich mit einigen Kollegen bereiterklärt hatte in der Küche mitzuhelfen, habe ich leider vom Spiel nicht allzu viel mitbekommen, weil wir u.a. damit beschäftigt waren, Berge an Weißwürsten und Brez'n auf das Buffett zu schaffen, lebenserhaltenden Kaffee zu kochen, abzuwaschen usw. usw.
Die Stimmung war gut, die Australier haben mir nur noch leid getan und das 4:0 war ganz schön bitter. Aber Australien ist nun mal auch nicht die geborene Soccer-Nation, im Rugby, Cricket, Australian Football sind halt besser.
Die anwesenden Aussies haben die Niederlage mit Fassung getragen, es ist wie es ist !
Da wir unseren Arbeitstag heute dezent nach vorn verlagert haben, weil die Queen ihren Geburtstag feiert und wir im Fussball gewonnen haben, haben wir uns mal kurz versichert, dass in unseren Büros alles noch so aussieht wie am Freitag und sind dann heute sehr zeitig in den Feierabend.
In aller Ruhe habe ich mir dann am Nachmittag noch mal das ganze Spiel angesehen.
Die Frage ist nun: Kommen wir in's Finale ?

Sonntag, 6. Juni 2010

1000 Meter hoch

Mein 2. Bushwalk fand (wie bereits erwähnt) gestern statt und ich sag's gleich - es gibt keine Bilder. Nicht das ich meine Kamera nicht dabei gehabt hätte, aber es gab nichts was sich gelohnt hätte zu fotografieren.
Wir sind sehr früh aufgebrochen und erst mal nach "Captains Flat" gefahren, das ist ca. 60km süd-östlich von Canberra. Dort wurde die Tagesroute besprochen und nach weiteren 15min. Autofahrt waren wir im Tallaganda State Forest
Zu diesem Zeitpunkt war es mit 4° Grad noch ziemlich kühl, zudem kam noch dichter Nebel und alles in allem war das ein unangenehmer Start, da bedingt durch den Nebel, im Wald die Steine und das Laub sehr feucht waren und man mehr gerutscht ist, als das man vernünftig laufen konnte.
Über die kühlen Temperaturen haben wir nach 10 min schon gar nicht mehr nachgedacht, weil wir zur Auflockerung gleich mal auf den Bollard Ridge gestiegen sind. Das ging hoch in einem Winkel von 45° und der Anstieg dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Als wir endlich oben angekommen waren, hatten wir zwar immer noch 4°, aber ich fand das Ganze auch im T-Shirt sehr angenehm ;-). Während des Aufstieges waren in den Baumkronen einige Kookaburras (dt. "Lachender Hans") zu sehen, für die ich (in Anbetracht der Anstrengungen) leider so gar keinen Nerv hatte. Bis dato dachte ich allerdings immer, dass es diese Vogelart nur in den wärmeren / tropischen Gebieten Australiens gibt, dem ist nicht so.
Oben angekommen sind wir dann ca. 1 Stunde durch bewaldetes Gebiet direkt auf dem Bergrücken weitergelaufen, was sehr entspannend war. Das Einzige was ich in der Zeit gesehen habe, war ein zerfledderte Ziege, die den Angriff von wilden Hunden scheinbar nicht überlebt hat. Auch da dachte ich bisher, das es Dingos nur in Zentral-Australien gibt. Das ist nicht so ganz verkehrt. Reinrassige Dingos leben wirklich nur im sogenannten "roten Zentrum", hier in unserer Gegend haben sich diese Dingos mit Hunden (Labradore, deutsche Schäferhunde) der Farmer gepaart und leben als nicht-reinrassige Wildhunde in den Wäldern.
Nach der Überquerung des Ballinafad Creek (ein kleinerer Fluss) haben wir auf einem nahegelegenen Plateau erst mal Mittag gemacht. Es war dabei mit ca. 16° in der Sonne wunderbar warm und ich habe das soooo genossen.
Zwei
Flussdurchquerungen weiter (hatte ich dann auch nasse Füsse, man soll sich nie über die Anderen lustig machen), kamen wir über die "Wild Cattle Flat" wieder zu unseren Autos. Die Tour dauerte ca. 4,5 Stunden und endete letztendlich in Captains Flat, bei Kuchen und Kaffee im "Purple Eatery" - LECKER !!!!

Ich habe keine Macke

...zum Glück. Also ich habe schon so meine Macken, aber da reden wir jetzt mal lieber nicht drüber.
Da ich gestern auf meinem 2. Bushwalk war und dieser bereits um 7.00 Uhr losging, musste ich auch mit dem Hund etwas früher vor die Tür. Da wir über's Wochenende Oscar zu Besuch hatten und der "Kleine" ja auch seine Runde im Viertel drehen sollte, stand ich um 5.30 Uhr schon auf der Straße. Normalerweise ist das mehr als nur furchtbar, aber im Nachhinein betrachtet muss ich sagen-das hat sich mal gelohnt.
Ich steh' also so mit Cooper vor dem Haus und denk' mir, dass der Mond aber heute wirklich beeindruckend aussieht und guck so weiter, um festzustellen, der Mond ist das nicht, der war weiter links und sah aus wie immer.
Was man am Himmel beobachten konnte, war ein sehr großer, heller, weißer Fleck mit zwei ebenso weißen und hellen spiralförmigen "Kreisen" drum herum, umgeben war alles von einem nebelartigen Lichthof. Die "Erscheinung" bewegte sich relativ schnell (innerhalb von 2min) über Canberra hinweg, verlor dabei auch an Höhe und verschwand dann am Horizont.
Ich habe diese Beobachtung den ganzen Tag nicht aus dem Kopf bekommen und auf dem Bushwalk den anderen Teilnehmern erzählt. Wie erwartet, wurde ich da von einigen etwas belächelt. Drei Männer haben das etwas ernster genommen und man war sich sicher, dass es kein Meteorit war (weil der schneller ist und rötlich), eine Sternschnuppe eher länglich ist und somit auch ausfällt, ein Satellit ist nicht so groß...
Auf dem Nachhauseweg dachte ich mir schon, die denken jetzt bestimmt ich spinne und sehe komische Dinge am Himmel und irgendwann ist man dann der Psycho und dann war's das mit dem Bushwalking.
Heute kamen dann die erlösenden Anrufe von 2 Mitgliedern der gestrigen Gruppe, die "Erscheinung" am Himmel war auch Thema in den Abendnachrichten und wurde von vielen Leute beobachtet.
Hey, ich bin um 5.30 Uhr Morgens nicht allein auf der Straße-ist das nicht eine freudige Überraschung ?
Was ich da gesehen habe war vermutlich eine Rakete die wohl in Cape Canaveral in Florida gestartet wurde und auf dem Weg in ihre Umlaufbahn war.
Den Artikel von ABC News dazu gibt es hier.
Hier gibt es noch ein Foto was so ziemlich genau das wiedergibt, was ich da gesehen habe: "UFO" ;-)

Freitag, 28. Mai 2010

Besser als gedacht

Da lieg' ich Stefan seit Wochen in den Ohren, ich will eine benzinbetriebene Heckenschere zum Geburtstag. Die habe ich nicht bekommen, sondern was viel schöneres. Ein altes Auto !!! Das ist genauso alt wie ich und sieht so coooool aus.
Gestern nach Feierabend sind wir los und haben (erst mal nur mündlich, mit Handschlag, unter Zeugen) einen Morris Mini Cooper S Mk II Bj. 68 gekauft und ich darf damit jeden Tag auf Arbeit fahren. Das ist noch besser als Hecke schneiden !
Nächste Woche fährt Stefan noch mal zum Verkäufer (ein echter Freak, der auch Minirennen fährt) macht den Papierkram klar, eine Probefahrt, die Geldübergabe und dann ist er uns. Und...er ist rot.
Was ich noch bekommen habe:

1. Stefan hat mir heute noch einen Kuchen gebacken.




2. Wir können heute Abend über unsere Dreambox einen echten deutschen Tatort schauen.

Danke, Danke, Danke.


PS: Und hier ist der kleine

Dienstag, 25. Mai 2010

Worüber ich mich so alles freuen kann

Tag 2 des Bushwalking Wochenendes begann mit dem Auszug aus der Cabin und als wir eigentlich schon fast abfahrbereit zur 2. Tour waren, haben uns jede Menge zahme Papageien besucht. Ein Mitglied aus der Gruppe hatte Vogelfutter mitgebracht, welches man uns aus den Händen gefressen hat.




Auch die 2. Tour ging über 12km, aber direkt entlang der Südküste, beginnend am Wasp Head - Murramarang National Park.

Je nachdem wie die Beschaffenheit des Geländes so war sind wir entweder direkt am Strand gelaufen, über schroffe ausgewaschene Felsbrocken geklettert oder die Steilküste hoch und runter gestiefelt. Nicht nur, dass man bei diesen Touren an Stellen kommt, an die man (also ich auf alle Fälle) unter normalen Umständen nie mehr hinfinden würde, uns wurde auch sehr viel erklärt.
Auf den Plateaus der Steilküsten gab es immer mal wieder größere Anhäufungen von vielen kleinen Muschelstückchen. Diese Gebiete haben vor x-Jahrhunderten die Aborigines als Essplätze benutzt und die Muschelschalen sind einfach nur die Abfälle der damaligen Mahlzeiten.

Unsere Route führte uns dann vom "Wasp Head" zum "Richmond Beach Headland", von dort zum "Olympic Pool", durch den "Garden of Unearthly Gums" wo zum Beispiel alle Palmen (die im übrigen ganz gemein gestochen haben) Samen/Früchte trugen. Wie immer wenn was schön bunt aussieht, ist das Ganze giftig und man hätte nach dem Verzehr der roten Früchte nicht mehr so sehr viel Spaß am Leben gehabt:


Über den "Oaky Beach" sind wir weiter zum "North Head", an dem unsere Autos standen und von dort aus wir wieder zurück nach Canberra gefahren sind.


Die australische Südküste ist beeindruckend und sehr, sehr vielfältig und so müde ich am Abend des zweiten Tages war, es war ein gigantisches Wochenende.
Soll ich Euch mal sagen, wozu ich am Sonntag Morgen 1 Stunde Zeit hatte ?
Ich lag am Strand in der Sonne, habe auf's Meer gesehen und mir die Sonne in's Gesicht scheinen lassen und mich einfach mal wieder wie blöd über mein Permanent Visum gefreut und die Tatsache das ich hier nie wieder weg muss !!!!!!
...und das bin ich, wie ich mich gerade richtig freue ;-) :